Year: 2026

Likes, Lügen, Leitartikel: Wie wir im digitalen Wandel unsere Orientierung bewahren

In einer Zeit, in der Nachrichten nicht mehr nur gedruckt auf dem Frühstückstisch liegen, sondern im Sekundentakt auf unseren Smartphones aufpoppen, hat sich das Wesen der Information grundlegend verändert. Früher bildeten Leitartikel namhafter Zeitungen das Fundament der öffentlichen Debatte; heute konkurrieren sie mit flüchtigen „Likes“ und oft zweifelhaften Meldungen in den sozialen Netzwerken. Das schreit nach “Medienkompetenz für Senioren” und alle Bürger, die sich kritisch mit Medien auseinandersetzen wollen.

Für viele Bürger, insbesondere für die Generation, die mit der Verlässlichkeit des klassischen Journalismus aufgewachsen ist, stellt sich eine drängende Frage: Wem können wir in diesem digitalen Labyrinth noch glauben?

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Der schmale Grat zwischen Meinung und Manipulation

Der digitale Wandel bietet enorme Chancen für die Teilhabe, doch er birgt auch Risiken für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Desinformation und gezielte Falschmeldungen polarisieren Debatten und gefährden das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen. Besonders die Generation 55+ steht hier vor einer neuen Herausforderung: Es gilt, die jahrzehntelange Lebenserfahrung mit den technischen Mechanismen der digitalen Welt zu verknüpfen.

Wo endet die persönliche Meinung eines Nutzers, und wo beginnt die systematische Lüge? Um diesen schmalen Grat zu erkennen, bedarf es mehr als nur technisches Verständnis – es bedarf einer Rückbesinnung auf das journalistische Handwerk.

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Ein Blick in die Werkstatt der Wahrheit

Genau hier setzt unsere kommende Veranstaltung an. Wir freuen uns, zwei Experten begrüßen zu dürfen, die Licht in das Dickicht der Informationsflut bringen:

  • Ein führender Journalist wird über das Ringen um Objektivität im digitalen Zeitalter berichten und aufzeigen, warum fundierte Leitartikel gerade heute als Kompass unverzichtbar sind.

  • Ein erfahrener Medienberater, Autor und Blogger gewährt Einblicke in die akribische Praxis der Recherche. Am Beispiel seines aktuellen Buches, das auf über 200 verifizierten Quellen basiert, demonstriert er, dass Wahrheit kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis harter, methodischer Arbeit.

Das BonJour!-Projekt: Brücken bauen, Kompetenz stärken

BonJour LogoHinter diesen Bemühungen steht das BonJour-Projekt. Unser Ziel ist es, die Medienkompetenz älterer Erwachsener nachhaltig zu stärken. Wir sind überzeugt: Medienbildung ist kein Privileg der Jugend, sondern eine notwendige Voraussetzung für aktive Bürgerschaft in jedem Alter.

Wir entwickelten das neue Berufsbild des „Media Educator for the Elderly“ – Spezialisten, die Senioren dabei unterstützen, nicht nur Konsumenten, sondern souveräne und kritische Akteure in der digitalen Welt zu sein. Es geht darum, das kritische Denken zu schärfen, die Selbstwirksamkeit zu fördern und die Kluft zwischen den Generationen zu überbrücken.

Unterstützt werden diese Bemühungen durch einen Onlinekurs, der in fünf Modulen einen Überblick über Basiswissen zum Arbeiten im Internet, dem Problem der Unterscheidung von Fakten und Meinungen und eigenen journalistisch seriösen Veröffentlichungen anbietet. Der Selbstlernkurs ist auf einer niedrigschwelligen Plattform zu erreichen: BonJour! Training Kurs und steht in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Polnisch und Türkisch zur Verfügung.

Einladung zum Dialog

Wir laden Sie herzlich ein, Teil dieser wichtigen Debatte zu werden. Lassen Sie uns gemeinsam lernen, wie wir die Mechanismen der Manipulation durchschauen und die Qualität der Information wieder in den Mittelpunkt rücken.

Bleiben Sie informiert, bleiben Sie kritisch – bewahren wir gemeinsam die Kultur des fundierten Wortes.

Medienkompetenz für Senioren

„Letztlich ist Medienkompetenz für Senioren das entscheidende Herzstück unserer Arbeit im Erasmus+ BonJour! Projekt, da sie als digitaler Schutzschild gegen Desinformation fungiert und der Generation 55+ die nötige Souveränität verleiht, um auch im digitalen Zeitalter sicher, kritisch und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Dialog teilzunehmen.“Peter Mazohl

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